Hinatadocs

Moderation

Diese Seite ist für die Menschen, die einen Hinata-Server moderieren. Die Moderation prüft, was Mitglieder melden, entscheidet darüber und sagt allen Beteiligten, warum. Sie liegt bei deiner Organisation, nie beim Anbieter der App.

Die Rolle

Die Rolle Moderation vergibt ein Administrator unter Adminbereich › Benutzer, im Bereich der Person. Niemand kann sie sich selbst geben, die letzte Person mit der Rolle bleibt, und jede Änderung steht im Audit-Protokoll. Zwei oder mehr Moderierende sind besser, damit niemand über eine Meldung zu sich selbst entscheiden muss.

Moderierende

  • sehen, was gemeldet wurde, mit nicht mehr Zusammenhang, als die Entscheidung braucht,
  • sehen weder den Adminbereich noch Projekte, in denen sie nicht Mitglied sind,
  • bekommen zu jedem neuen Fall eine Benachrichtigung. Dringende Fälle sagen das. Unter Einstellungen › Benachrichtigungen kommt die Gruppe Moderation von Anfang an per E-Mail und als Push.

Die Arbeit findest du unter Einstellungen › Moderation.

Die Fallliste

Meldungen zum selben Inhalt bilden einen Fall. Die Liste hat drei Ansichten:

  • Offen: was auf eine Entscheidung wartet, Dringendes zuerst, dann das Älteste. Dringend sind Meldungen über Drohungen und über eine Gefahr für Kinder.
  • Widerspruch: Entscheidungen, gegen die jemand widersprochen hat.
  • Erledigt: entschiedene Fälle, bis ihre Aufbewahrung endet.

Jede Zeile zeigt, was gemeldet wurde, von wem es stammt, wie lange es wartet und wie viele Meldungen es hat, und woher sie kamen: von einem Mitglied, von jemandem ohne Konto, von der automatischen Textprüfung oder aus eigenem Antrieb der Moderation. Bei dir markiert die Fälle, die du übernommen hast. Gemeldete Bilder und Texte bleiben in der Liste verdeckt.

Das Ziel ist eine Antwort innerhalb von 24 Stunden. Nach 20 Stunden bekommen die Moderierenden eine Erinnerung. Nach 24 Stunden gilt ein Fall als überfällig, und auch die Administratoren, die mit ihm nichts zu tun haben, bekommen einen Hinweis.

Auf einem breiten Bildschirm stehen die Liste und der geöffnete Fall nebeneinander.

Die Moderationsseite mit den offenen Fällen und einem geöffneten Fall daneben

Ein Fall

Übernehmen macht den Fall zu deinem, damit nicht zwei Leute gleichzeitig daran arbeiten. Zurückgeben gibt ihn frei. Hält jemand einen Fall zwei Stunden lang, ohne zu entscheiden, kann jede andere Person ihn übernehmen.

Der Fall zeigt:

  • Gemeldeter Inhalt, so wie er zur Zeit der Meldung war, und ob er seitdem unverändert, geändert oder gelöscht ist. Eine Zeile sagt, wie viel du siehst, etwa nur diesen Kommentar und das, worauf er antwortet.
  • Dateien. Eine als sexueller Inhalt gemeldete Datei öffnet sich erst nach einer Warnung, nur im Fall, wird nicht gespeichert, und das Ansehen wird protokolliert. Eine als Gefährdung von Kindern gemeldete Datei zeigt Hinata nie an.
  • Meldungen, jede mit ihrem Grund und ihrem Text. Wer gemeldet hat, bleibt verdeckt. Wer hat gemeldet? … deckt es auf, mit einem Grund, der in den Verlauf kommt. Wer etwas über Kinder gemeldet hat, bleibt immer verdeckt. Hat dieselbe Quelle schon früher offensichtlich unbegründete Meldungen über Kinder geschickt, sagt der Fall das.
  • Zurückgehaltener Inhalt. Eine Meldung von jemandem ohne Konto, die einen internen Inhalt nennt, bleibt geschlossen, bis eine zweite Person ihn freigibt: Eine fragt mit Freigabe anfragen …, eine andere gibt mit Freigeben … frei, beide mit einem Grund.
  • Weitere Verwendungen: wo ein entferntes Bild noch stand. Sieh dir diese Stellen auch an.
  • Verlauf: jeder Schritt, mit Person und Grund.

Entscheiden

Die Entscheidung, rechts die Begründung so, wie die Person sie liest

Entscheiden … öffnet die Entscheidung. Wähle das Ergebnis:

  • Kein Verstoß: Der Inhalt bleibt. Wer gemeldet hat, erfährt es.
  • Offensichtlich unbegründet: eine Meldung, die klar daneben liegt. Das kannst du entscheiden, ohne den Inhalt anzusehen.
  • Maßnahme: Inhalt entfernen, Konto sperren, oder beides.
  • Erledigt: außerhalb von Hinata geklärt, etwa in einem Gespräch.

Bei einer Maßnahme wählst du, was entfernt wird: bei einem Vorgang der Titel, die Beschreibung oder beides, der ganze Kommentar, die ganze Datei, die ganze Seite oder die Seite in der Fassung vor der Änderung, das Profilbild, die Profiltexte oder beides. Das Konto lässt sich für 7 Tage, 30 Tage oder unbefristet sperren, bei schweren oder wiederholten Verstößen. Konten von Administratoren werden nie gesperrt. Wer eine Person mit einer Rolle sperrt, braucht eine zweite Person, die es bestätigt.

Dann der Grund: Hausregel mit der Regel, gegen die verstoßen wurde, oder Gesetz mit der Vorschrift, etwa § 185 StGB. Unter Was hast du festgestellt? schreibst du mindestens 20 Zeichen dazu, was du festgestellt hast. Nachricht an die Person ist freiwillig.

Weitere Angaben hat:

  • Verantwortliche Person, wenn mehrere Leute den Inhalt geschrieben haben,
  • Strafverfolgung informiert, dann bleibt der Fall zwölf Monate,
  • Irreführende Massenwerbung, nur für Spam, zählt in die Jahreszahlen,
  • Interne Notiz, die nur die Moderation sieht.

Die Vorschau zeigt die Begründung Wort für Wort so, wie die Person sie bekommt. Entscheidung senden führt sie aus: Entfernter Inhalt geht in die Quarantäne, die verantwortliche Person bekommt die Begründung in der App und per E-Mail, und wer gemeldet hat, erfährt das Ergebnis.

Die Begründung schreiben

Die Begründung sagt einer Person, warum etwas von ihr weg ist. Der Digital Services Act (Art. 17) verlangt, was getan wurde, die Tatsachen, den Grund und die Wege, sich zu wehren. Hinata ergänzt die Maßnahme, wie es dazu kam, ob automatisierte Mittel beteiligt waren und bis wann die Person widersprechen kann. Was du unter Was hast du festgestellt? schreibst, ist der Teil, den nur du geben kannst:

  • Sag, was der Inhalt sagt oder zeigt und warum das gegen die Regel verstößt, so dass die Person es ohne den Fall versteht. Zum Beispiel: Der Kommentar nennt eine Kollegin „zu blöd für diesen Job“. Das wertet eine Person ab, statt die Sache zu besprechen.
  • Nenne weder, wer gemeldet hat, noch etwas, das die Person nicht sehen kann.
  • Bleib sachlich. Die Person kann widersprechen, und dann liest jemand anderes, was du geschrieben hast.

Sperren

Ein Konto sperrst du aus einem Fall heraus, oder aus eigenem Antrieb der Moderation: Im Profil der Person öffnet Konto sperren … einen eigenen Fall, und dann entscheidest du wie sonst auch mit einer Begründung.

Eine gesperrte Person wird überall abgemeldet, und ihre Zugriffstokens ruhen. Ihre Inhalte bleiben, wie sie sind. Die Begründung bekommt sie per E-Mail, und eine Antwort darauf gilt als Widerspruch.

Wartet eine Sperre auf eine zweite Person, steht am Fall Wartet auf Bestätigung. Eine zweite moderierende Person wählt Bestätigen, oder Zurückweisen … mit einem Grund, und der Fall ist wieder offen.

Mehr › Gesperrte Konten zeigt alle Gesperrten, mit dem Ende der Sperre. Sperre aufheben … lässt die Person wieder herein. Was entfernt wurde, bleibt entfernt.

Widersprüche

Die Person widerspricht in der App, oder mit einer Antwort auf die E-Mail mit der Begründung. Eine solche Antwort trägst du mit Widerspruch eintragen … ein: den Text und den Tag, an dem sie kam.

Wer entschieden hat, entscheidet nicht über den Widerspruch. Jemand anderes öffnet ihn unter Widerspruch und wählt:

  • Entscheidung bestätigen: Die Entscheidung bleibt. Die Person erfährt es, mit deinem Grund.
  • Entscheidung aufheben: Der Inhalt kommt zurück, und eine Sperre endet. Die Person erfährt es, mit deinem Grund.

Unabhängig von einem Widerspruch nimmt Wiederherstellen … eine Entscheidung der Moderation jederzeit zurück. Der Inhalt kommt zurück, und eine Sperre aus diesem Fall endet.

Interessenkonflikte

Hinata hält aus einem Fall heraus, wer den Inhalt geschrieben und wer ihn gemeldet hat. Aus dem Widerspruch hält es außerdem heraus, wer entschieden hat, aus der Bestätigung einer Sperre, wer sie entschieden hat, und aus dem Freigeben zurückgehaltener Inhalte, wer die Freigabe angefragt hat. Lässt ein neuer Fall niemanden übrig, der entscheiden darf, bekommen die Administratoren sofort einen Hinweis. Deshalb sind zwei oder mehr Moderierende besser als eine Person.

Aufbewahrung

Ist ein Fall erledigt, bewahrt Hinata ihn auf, solange er noch etwas bedeuten kann, und löscht ihn dann mit seinen Meldungen und der Quarantäne:

  • Nach einer Maßnahme 6 oder 12 Monate ab der Entscheidung, wie die Administratoren es unter Adminbereich › Moderation einstellen, und auf jeden Fall bis die Frist für einen Widerspruch vorbei ist. Ein Widerspruch lässt die Monate neu beginnen.
  • Nach einer Entscheidung ohne Maßnahme 30 Tage. Die Moderation behält keine Kopie des Inhalts.
  • Wurde die Strafverfolgung informiert, mindestens zwölf Monate. Aufbewahrung verlängern … hält einen Fall bis zu einem Datum oder ohne Ende, etwa weil eine Behörde ihn braucht. Kürzer als jetzt wird es damit nie.

Wenn Leben oder Kinder in Gefahr sind

Für diese Fälle gilt dieser Ablaufplan, Schritt für Schritt, in dieser Reihenfolge.

  1. Gefahr für Leben, jetzt: Ruf die Polizei an, 110, oder 112, bevor du irgendetwas in Hinata tust.
  2. Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern nicht ansehen, nicht herunterladen und nicht weiterleiten, auch nicht an Kolleginnen und Kollegen und auch nicht per E-Mail an die Polizei. Solches Material zu besitzen und weiterzugeben ist strafbar. Eine als Gefährdung von Kindern gemeldete Datei zeigt Hinata nie an, also versuch auch nicht, sie auf anderem Weg zu öffnen.
  3. Den Zugriff sperren, indem du entfernst: Entscheide Maßnahme, entferne den ganzen Inhalt, wähle den Grund und setz Strafverfolgung informiert. Der Inhalt geht in die Quarantäne, wo ihn niemand sieht, und bleibt dort für die Behörden.
  4. Die Fundstelle an das BKA oder die Polizei melden: den Fall, den Vorgang, die Seite oder das Profil, in dem es stand, die Uhrzeit in UTC und das Konto. Nie das Material selbst. Hostingdienste müssen den Verdacht einer Straftat melden, die das Leben oder die Sicherheit einer Person bedroht (Art. 18 DSA). In Deutschland nimmt das Bundeskriminalamt (BKA) diese Meldungen zentral entgegen, über ein Portal für registrierte Anbieter. Deine Organisation registriert sich dort vorher, siehe Moderation für Betreiber. Ohne Zugang zum Portal geh zur Polizei.
  5. Den Vermerk setzen: Strafverfolgung informiert in der Entscheidung, oder später Aufbewahrung verlängern … mit dem Aktenzeichen der Behörde als Grund.
  6. Die Weisungen der Behörde abwarten, bevor du mit dem Fall noch etwas tust oder jemandem davon erzählst.